Fortgeschritten · gleiche Logik, zwei Darstellungen
Stromlaufplan und Kontaktplan.
Vom Relais zur SPS.
Früher wurde Steuerungslogik meist mit Relais und Schützen fest verdrahtet (verbindungsprogrammierte Steuerung), heute steht sie oft im SPS-Programm. Der Kontaktplan (KOP) sieht dem Stromlaufplan bewusst ähnlich – nur um 90 Grad gedreht: Die Strompfade laufen waagrecht, und die Kontakte fragen Signale von Eingängen, Ausgängen oder Merkern ab, statt selbst Strom zu schalten. Drück die Taster und vergleiche beide Seiten.
Merke
- Ein Kontakt im KOP fragt ein Signal ab – er ist kein echter Kontakt. Schließerkontakt: „ist das Signal 1?“, Öffnerkontakt: „ist das Signal 0?“.
- Was im Feld ein Öffner ist, liefert in Ruhe 1. Ein Öffner-Taster wird deshalb im Programm meist mit einem Schließerkontakt abgefragt.
- Drahtbruchsicher (Ruhestromprinzip): Stopp-Signale werden als Öffner angeschlossen. Bricht der Draht, wird das Signal 0 – die Anlage geht aus, statt unbemerkt weiterzulaufen. Einen Querschluss nach +24 V erkennt diese Schaltung allerdings nicht. NOT-HALT darf nicht allein über eine normale SPS wirken: Er braucht zwangsöffnende Kontakte und sicherheitsgerichtete Technik (Sicherheitsschaltgerät oder Sicherheits-SPS). Die normale SPS bekommt den NOT-HALT meist nur als Meldung.
- SPS-Zyklus: Eingänge lesen → Programm von oben nach unten rechnen → Ausgänge schreiben → von vorn. Der Selbsthaltekontakt Q0.0 fragt den Zustand ab, den das Programm im vorigen Zyklus berechnet hat (Prozessabbild).
- Adressen: Hier in internationaler Schreibweise (I = Input, Q = Output). In deutscher Siemens-Mnemonik heißen sie E0.0 und A0.0.
Weiter: SPS-Werkstatt – selbst programmieren · Kontaktplan-Trainer · Schaltplan lesen · Elektropneumatik