Zweipunktregler
Schaltet zwischen zwei Zuständen. Im Modell: EIN bei höchstens Soll − 1 K, AUS bei mindestens Soll + 1 K. Dazwischen bleibt der vorherige Zustand erhalten. Diese Hysterese verhindert ständiges Umschalten an einer einzigen Schwelle.
Steuern und Regeln unterscheiden, Temperaturverläufe vergleichen und verstehen, warum Rückführung, Störungen und Leistungsgrenzen zusammengehören.
Abweichung erkennen. Wirkung nachführen.
Eine Steuerung legt einen Ablauf oder eine Stellgröße fest, ohne die zu beeinflussende Größe im betrachteten Wirkungsweg laufend zurückzuführen. Eine Regelung misst diese Größe, vergleicht sie mit dem Sollwert und verändert die Stellgröße abhängig von der Abweichung.
Beispiel: „Heizung immer mit 50 %“ ist hier eine Steuerung. „Temperatur messen und Heizleistung anpassen, damit 60 °C erreicht werden“ beschreibt einen Regelkreis. Eine Steuerung darf trotzdem andere Sensoren und Bedingungen haben – entscheidend ist die Rückführung der betrachteten Größe.
| Begriff | Im Temperaturbeispiel |
|---|---|
| Sollwert w | Gewünschte Temperatur, z. B. 60 °C |
| Regelgröße / Istwert x | Gemessene Temperatur |
| Regeldifferenz e = w − x (oft auch Regelabweichung genannt) | Bei 60 °C Soll und 55 °C Ist: +5 K |
| Stellgröße u | Heizleistung von 0 bis 100 % |
| Regelstrecke | Der beheizte Körper samt seinem Wärmeverhalten |
| Störgröße | Zusätzliche Wärmeabfuhr, etwa durch veränderte Kühlung |
Temperaturdifferenzen können in Kelvin angegeben werden: Eine Änderung um 5 K entspricht hier einer Änderung um 5 °C. Ein falscher Messwert führt auch bei einem rechnerisch korrekten Regler zu einer falschen Reaktion.
Schaltet zwischen zwei Zuständen. Im Modell: EIN bei höchstens Soll − 1 K, AUS bei mindestens Soll + 1 K. Dazwischen bleibt der vorherige Zustand erhalten. Diese Hysterese verhindert ständiges Umschalten an einer einzigen Schwelle.
Reagiert proportional auf die momentane Abweichung: u = Kp · e. Im hier verwendeten Heizmodell ohne Vorsteuerung braucht er eine bleibende Abweichung, um Heizleistung abzugeben. Das ist keine allgemeine Aussage über jede denkbare Regelstrecke.
Ergänzt einen Integralanteil, der Abweichung über die Zeit aufsummiert. Bei einem stabilen Regelkreis und erreichbarem Sollwert kann er eine bleibende Abweichung beseitigen. Zu starke Einstellungen können Überschwingen oder Schwingungen verursachen.
Ein D-Anteil reagiert auf Änderungen und kann das dynamische Verhalten beeinflussen; er ist empfindlich gegenüber Messrauschen und wird hier nicht simuliert. „Mehr Regleranteile“ bedeutet nicht automatisch „besser geregelt“.
Das Modell startet bei 20 °C. Nach 60 Sekunden kommt eine zusätzliche Kühlwirkung hinzu. Vergleiche zuerst feste Heizleistung mit P und PI bei denselben Einstellungen. Jede Berechnung startet wieder mit identischen Anfangsbedingungen.
Zeichnung bei Bedarf seitlich verschieben.
TemperaturSollwert
| Zeit | Temperatur | Heizleistung |
|---|
Modellannahmen: Umgebung 20 °C, Zeitkonstante 30 s, Erwärmung bei voller Heizleistung um 80 K ohne Zusatzkühlung. Im stationären Zustand gilt T = 20 °C + 80 K · u − d. Die Kühlwirkung d ist ein vereinfachter Temperaturversatz, kein realer Luftdurchsatz.
Die Simulation verwendet Schritte von 0,5 s, einen idealen Sensor und keine Totzeit. Die Strecke wird je Schritt mit konstant gehaltener Heizleistung berechnet. Kp ist in 1/K angegeben, u reicht von 0 bis 1. Einstellungen sind reine Lernwerte und keine Inbetriebnahmeempfehlung.
Kein Regler kann mehr als die verfügbare Leistung anfordern. Bei d = 20 K liegt die Modellgrenze bei 20 + 80 − 20 = 80 °C. Ein Sollwert von 90 °C ist dann nicht erreichbar. Der verbleibende Fehler ist kein Beweis, dass der Regler „zu schwach eingestellt“ ist.
Beim PI-Regler kann sich der Integralanteil während einer Sättigung unnötig aufbauen. Diese Integrator-Aufladung heißt Windup. Das Modell hält die Integration an, wenn sie eine erreichte Begrenzung weiter verstärken würde. Diese Maßnahme wird Anti-Windup genannt.
Wähle PI. Nach der Störung erreicht die Heizleistung ihre Obergrenze. Die Temperatur nähert sich 80 °C, die Abweichung bleibt etwa 10 K. Senke nun den Sollwert auf 60 °C und berechne erneut: Dieser zweite, neu gestartete Versuch hat ein erreichbares Ziel. Es ist kein nahtlos weiterlaufender Prozess.
Eine Schutzabschaltung gegen Übertemperatur ist eine eigene Aufgabe. Sie darf nicht einfach durch die normale Temperaturregelung als erledigt gelten.
Acht Aufgaben: erst verstehen, dann rechnen und Entscheidungen begründen. Nach jeder Lösung führt dich ein Link zum passenden eigenen Kapitel.